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ant:0075

IN GR TR AL OF CO xxxxx2️⃣ 3️⃣ 4️⃣ 5️⃣ 6️⃣ 7️⃣ 8️⃣ xxxxx AN RP IV alia


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0075 AN Dies domini sicut furModus 1

0065AN 10076

Dies DOMINÍ / sicut fúr ita in nocte veniet .
et vos estote parati / 
quia : qua hora non putatis / filius hominis veniet.

Zum ersten Mal erscheint im codex Hartker (H) das
1INC 5Pes (0031 ← → 0078) mit praetonischen Silben. Diese werden hier, beim ersten mal, genau notiert. „Dies DO-MINÍ“ ErsterTon: Gravis (ganz tief, das kann im 1.Modus nur „do“ sein), die nächsten zwei Töne: Virga, das ist höher als der erste Ton, die beiden aber durch equaliter verbunden (zweimal „re“). „DOMINÍ“ steht für das Tetragramm und geht rasch (celeriter) zur Endsilbe. Der folgende Cento
TER de5 (0065 ← → 0090) macht den ersten Teil der Antiphon zu einem abgeschlossenen Ganzen. exspextare („x“) bestätigt den Abschluss, das tenete mediocriter („tm“) zeigt den Hauptakzent an.

Es folgt als Neuanfang ein „Vorspann“,
1INC VrgStr (0062 ← → 0095). Das Schlüsselwort „paráti“ wird mit der
FML PeCl (0056 ← → 0081) ausgeschmückt, ihm wird mehr Gewicht gegeben. Abstieg zum „do“:
colon

1INC VrgStr. Nur Zw schreibt zwei Töne, T1 schreibt einen Ton und Oriscus, T2 nur einen Ton. Bv1 schreibt einen Oriscus, wenn man den Riss im Pergament von Bv2 bedenkt, bleibt auch nur ein Oriscus über. Die anderen Handschriften verdoppeln den Ton nicht. 1FML PeCl. Die Oriscusclivis von H, der Name „Pressus“ wird aus einsichtigen Gründen abgelehnt, wird in allen! Quellen als bloße Clivis notiert (von Solesmes abgesehen). Das Selbe gilt vom Oriscuspes auf der Endsilbe von „quia“. Auch hier wird der übliche Name „Pes quassus“ vermieden. Was soll hier geschüttelt werden, Spannung aufbauen, wenn die Beneventaner diese Endsilbe mit einem Torculus ausbreiten.

Was nun folgt, ist eine Satzstellung, die in germanische Sprachen nicht zu übertragen ist:
Zu welcher Stunde - du errätst es nicht - der Menschensohn - kommen wird
Dem entspricht eine schwer aufzuschlüsselnde Melodie: Nach dem Beginn mit

FML quia (0055 ← → 0170), die den Schlusssatz einleitet.
1TER de3 (0065 ← → 0082) wird
1TER v.add (0058 ← → 0079) wiederholt und ineinander verschachtelt. Indem „putatis“ zum „fa“ endet, entsteht eine Doppelpunktwirkung (weiterführend). Nun könnte problemlos die zweite 1TER verb.add angeschlossen werden, wenn nicht dadurch das Schlüssselwort „filius hóminis“ vernachlässigt würde. Die unveränderte 1TER verb.add würde sagen: „fílius hominis véniet“, es soll aber „filius hóminis“ betont werden: der Ménschensohn, nicht der Menschen Sóhn. Zur Verschmelzung von 1TER v.add mit 1TER de3 vgl: 0104, 1676, 2062.

ant/0075.txt · Zuletzt geändert: 2022/01/05 16:06 von georgwais