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rp_indiv:7611

7611

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1.Periode

A

B

2.Periode

C Der Cento ist ein klassisches nullum: Rezitation „do“ mit abschließender Clv „do-si“; die Akzente sind mit kPes hervorgehoben.
„et ma-mil-lam -um me-o péc-tore“. Die mögliche Akzentsilbe „ma-mil-lam“ ist eben nicht akzentuiert. Der Epiphonus drückt die Verweigerung des Akzents aus. Mag eine gewisse Augmentation die Silbe hervorheben, so ist doch kein „zweiter“ Ton beabsichtigt.

Die traditionelle Erklärung dieses Epiphonus würde so lauten: diminutive Liqueszenz; hier ist ein Pes, dessen erster Ton etwas zurückgenommen ist, also ein zweiter leichter Ton zu erklingen hat (der dann in der Praxis von einem vollen Pes nicht zu unterscheiden wäre).
Tatsächlich ist es eine diminutive Liqueszenz: ein hier denkbarer Pes wird verhindert, er soll nicht erklingen, wenn auch ein gewisser Mehrwert der Silbe (augmentatvive Liqueszenz) gemeint ist. Das heißt: die üblichen Kategoriegrenzen sind neu festzulegen:

Die Unterscheidung von diminutiv und augmentativ war nach der Mitte des 20. Jh eine wesentliche Erkenntnis, die im LH 1983 als „Neographie“ publiziert worden ist.

Bisherige Sicht: augmentativ = kein zweiter Ton - diminutiv = zweiter Ton. Auch ein denkbarer Pes hinterlässt seine Spuren, also bleibt der Rest eines zweiten Tones, ein kleiner zweiter Ton.

Neue Sicht: diminutiv heißt, dass eben der zweite Ton verhindert werden soll. Egal, ob von der Herkunft eine diminutive oder augmentative Situation vorliegt, erklingen soll nur ein augmentierter Ton.

D

3.Periode

E

F

rp_indiv/7611.txt · Zuletzt geändert: 2022/05/12 12:43 von xaverkainzbauer