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rp_indiv:7001

7001

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1. Periode


A Der nkQuartPes ist in keiner diastematischen Quelle belegt, trotzdem postulieren wir ihn nach H.
a) Das Quilisma (ist kein Ton) zeigt ein größeres Intervall an, meistens die Terz.
b) Der Oriscus (auch kein Ton) zeigt einen Zielton an über der Rezitation.
ad a) Wer diese beiden Fakten nicht anerkennt, schreibt einen 4tonigen Scandicus (wie NR) der realiter erklingt, wie ihn Lc, Bv und Tol schreiben. Nun steht das Quilisma an zweiter Position (MR). Es muss hier an L. Agustoni, EIGrCh 2/1, S.58 erinnert werden: „Mit Sicherheit steht eines fest: Die Quilisma-Note ist von allerkürzester Dauer und geringster Wertigkeit und wird von dem folgenden Ton, der der eigentliche reale Ton ist, angesogen, ja aufgesogen.“ Wenn das Quilisma ja ohnehin nicht (wirklich) erklingt, so ist die Neume ein 3stufiger Sca „sol-si-do“ (MR). Das wird allerdings von allen diastematischen Quellen negiert: entweder sind sie der Plerosis anheimgefallen und haben die Neume zur Tonleiter aufgefüllt (Lc, Bv, Tol), oder sie schreiben den standartisierten, do-revidierten Sca „sol-la-do“ (Wc, Wm. Beide „retten“ das vermiedene Quilisma „si“ durch Wiederholung des „do“).
ad b) Der Oriscus zieht den Gipfelton des Sca zum „do“, über die Rezitatio „si“ hinaus und macht ihn so zum nkQuartPes. Der Oriscus wird hier von der „moderneren“ traditio occidentalis nicht mehr verwendet (cf: 7137).
c) Zuletzt ein aesthetisches Argument: Vergleicht man die ersten 10 Fälle der non typ Cento A - Fälle, wird sichtbar, mit welcher Rafinesse der Quart-Austieg dem Text entsprechend moduliert ist. „certamen“ nützt die si-do-Spannung, „credo“ steigt unmittelbar bedingungslos die Quart hoch, „gratia“ fliegt mit kSca hoch. „a dextris est mihi dominus“ ist kein Text für einen Scandicus.

nach der CAD-Neume „fa-mi-fa“ schließt der Cento mitCAD RP2 A , PPO.

B varia - Das INC CAD ist verkürzt.

2. Periode

C auch Cento C ist verkürzt, ebenso der
D nach einer Rezitation „do“ (4 Silben) verzichtet der Cento auf die CAD-Formel und geht abermals unvermittelt in

E über; ebenfalls eine Kurzform die aber nach dem typischen Pes „la-do“ nicht in die CAD TrcRes geht, sondern in die CAD dt.
Dies drei Kurzcentos bilden vom Text her eine Einheit, sodass für die 3. Periode nur mehr Cento F übrig bleibt.

3. Periode

F mikro - relativ lang. Der Oriscus applicatus bei, Trc „lin-gua“ kündigt an, dass nun unmittelbar die CAD (mikro) folgt. Den Oriscus als Ton übertragen hier nur Lc, T1, Bv21. Wm und Fo nutzen die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Plerosis (4 Töne). Für das traditionelle Wc und Ka, aber vor allem auch für die älteren Beneventaner Bv19 und Mc ist der Oriscus kein Ton. lin-gua“ Welche Bedeutung hier der oriscus applicatus hat, kann nur gerätselt werden.

rp_indiv/7001.txt · Zuletzt geändert: 2022/04/25 14:42 von georgwais