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neumen:oriscus:oriscus

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neumen:oriscus:oriscus [2019/08/16 12:20]
xaverkainzbauer [~ Virga – Funktionen]
neumen:oriscus:oriscus [2019/11/17 07:40] (aktuell)
xaverkainzbauer [~Vrg – Dreiklang]
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 ==== der Oriscus in Bv34 ==== ==== der Oriscus in Bv34 ====
  
-zeigt den mittleren Ton eines Dreiklangs an: [[grad:​1083]] "sa**lo**mon", ​+zeigt den mittleren Ton eines Dreiklangs an: [[grad:​1083]] "sa-//lo//-mon", [[ant:​7082]] "​qui-//​a//​ fecit",​ 
 + 
 +==== der Oriscus in Ka ==== 
 + 
 +Bivirga oder Oriscus? [[ant:​7005]] V."de tu-//a// substantia", ​
  
 ==== Der Oriscus in Solesmes ==== ==== Der Oriscus in Solesmes ====
  
 Vide AL [[grad:​0360]] Vide AL [[grad:​0360]]
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-====== ~ Virga ======+====== ~Vrg ======
  
 +{{ :​neumen:​oriscus:​1vrgs_1s_b.png?​90|}}
 **<fc #​ff0000>​Virga strata</​fc>​** **<fc #​ff0000>​Virga strata</​fc>​**
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-{{ :​neumen:​vrgstr_h_mr.png?​100|}} 
  
 Die ~ Virga besteht aus zwei Zeichen, einer Virga und dem Oriscus, in H verbunden, in MR getrennt notiert. Sie hat ihren Namen von der Schreibgewohnheit St.Galler Handschriften,​ in der Notation von Psalmrezitationen die Virgen mit mit verbundenem Oriscus flacher zu schreiben, als die reinen Virgae. Auch hier wäre ein neuer Name angebracht. Die Neume ist eine (?) //Virga cum Orisco//. Die ~ Virga besteht aus zwei Zeichen, einer Virga und dem Oriscus, in H verbunden, in MR getrennt notiert. Sie hat ihren Namen von der Schreibgewohnheit St.Galler Handschriften,​ in der Notation von Psalmrezitationen die Virgen mit mit verbundenem Oriscus flacher zu schreiben, als die reinen Virgae. Auch hier wäre ein neuer Name angebracht. Die Neume ist eine (?) //Virga cum Orisco//.
    
  
-Die gängige Deutung der ~ Virga (opinio communis) ist eine doppelte/​dreifache: ​+Die gängige Deutung der ~Virga (opinio communis) ist eine doppelte/​dreifache: ​
  
-Grundsätzlich soll sie anzeigen, dass der **nächste Ton tiefer** ist. Das stimmt häufig, aber gar nicht so selten //nicht// (z.B.: [[ant:​0334]] "mei sunt", [[ant:​0347]],​ [[ant:​0538]] "​redderet animas, quas",​[[ant:​0168]],​[[ant:​1271]],​[[ant:​1613]] )\\+Grundsätzlich soll sie anzeigen, dass der **nächste Ton tiefer** ist. Das stimmt häufig, aber gar nicht so selten //nicht// (z.B.: [[ant:​0334]] "mei sunt", [[ant:​0347]],​ [[ant:​0538]] "​redderet animas, quas",​[[ant:​0168]],​[[ant:​1271]],​[[ant:​1613]] ).\\
 a) Sie soll einen **Halbtonpes** bedeuten, tatsächlich hat sie manchmal die Aufgabe, den Halbton zu bezeichnen. Ob das als [[neumen:​neuma#​eintoniger_pes|eintoniger Pes]] geschieht oder als kurrenter Zweitonpes bleibt offen.\\ a) Sie soll einen **Halbtonpes** bedeuten, tatsächlich hat sie manchmal die Aufgabe, den Halbton zu bezeichnen. Ob das als [[neumen:​neuma#​eintoniger_pes|eintoniger Pes]] geschieht oder als kurrenter Zweitonpes bleibt offen.\\
-b) Andererseits soll sie die **Verdopplung des Tones** ​anzeigen, an Stelle ​einer Bivirga. Diese zweite Deutung kann nur ein Missverständnis sein, entstanden am Übergang von der Adiastemie zu Noten auf Linienvide IN [[ant:​1203]]! Eine "​Bivirga"​ kann kaum celeriter sein. +b) Andererseits soll sie die **Verdopplung des Tones** ​anstelle ​einer Bivirga ​anzeigen. Diese zweite Deutung kann nur ein Missverständnis sein, entstanden am Übergang von der Adiastemie zu Noten auf Linienvide IN [[ant:​1203]]! Eine "​Bivirga"​ kann kaum celeriter sein. 
-Allerdings muss sich im Westfrankenreich schon im 10.Jahrhundert ​das Verständnis der Virga strata als kPes = Virga urgens eingebürgert haben [[grad:​0058]].\\ ​  +Allerdings muss sich im Westfrankenreich schon im 10. Jh. das Verständnis der Virga strata als kPes = Virga urgens eingebürgert haben [[grad:​0058]].\\ ​  
  
 Grundsätzlich ist die Deutung //eines// Zeichens als zwei verschiedene Neumen mehr als problematisch. ​ Grundsätzlich ist die Deutung //eines// Zeichens als zwei verschiedene Neumen mehr als problematisch. ​
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 === zur Virga strata === === zur Virga strata ===
  
-{{ :​neumen:​oriscus:​oriscus_zum.png?360|}}+{{ :​neumen:​oriscus:​zur_vrg.png?300|}}
  
 Wenn der Pressus (in St.Gallen Virga + Oriscus + tieferes Punctum) wie üblich verstanden wird a), dann kann die Virga strata ( Virga + Oriscus) nur als eine Art Bivirga verstanden werden b), warum dann nicht gleich Bivirga. Ein Pes c) ist nicht möglich, auch wenn das Gros der diastematischen Handschriften so notiert: sie interpretieren den Oriscus falsch, immer unter dem Blickwinkel eines Stilwechsels vor/um 1000 n.Chr. Mehrmals ist die Virga strata mit celeriter versehen, auch das spricht gegen die Bivirga. Bleibt nur die Deutung als Eintonneume (Virga) mit Zusatinformation,​ die aber außerhalb des Tönezählens liegen muß. Dazu unten. Wenn der Pressus (in St.Gallen Virga + Oriscus + tieferes Punctum) wie üblich verstanden wird a), dann kann die Virga strata ( Virga + Oriscus) nur als eine Art Bivirga verstanden werden b), warum dann nicht gleich Bivirga. Ein Pes c) ist nicht möglich, auch wenn das Gros der diastematischen Handschriften so notiert: sie interpretieren den Oriscus falsch, immer unter dem Blickwinkel eines Stilwechsels vor/um 1000 n.Chr. Mehrmals ist die Virga strata mit celeriter versehen, auch das spricht gegen die Bivirga. Bleibt nur die Deutung als Eintonneume (Virga) mit Zusatinformation,​ die aber außerhalb des Tönezählens liegen muß. Dazu unten.
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-=== zum Pressus === 
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-Ausgehend von den graphischen Möglichkeiten,​ die St.Gallen hat, um die Artikulation des Climacus (<fc #​6495ed>​Clm</​fc>​) darzustellen,​ der erste Ton, die Virga hat den Wert der nachfolgenden Note (kurrent oder nicht kurrent : k Punktum - nk Tractulus. Um die Flüssigkeit des ersten Tons dazustellen,​ obwohl der zweite Ton nk (Tractulus) ist, wird die Virga (1.Ton) mit dem Tractulus (2.Ton) verbunden (Artikulation:​ -23). Diese Verbindung ist also selbst **kein** Ton. Warum soll die selbe Neume mit Oriscus an Stelle des Tractulus (2.Ton) plötzlich eine 4tonige Neume sein (1234)? Der Oriscus hat die Funktion, den letzten Ton des Climacus zu enttonen, entgegen dem Grundsatz, dass eine Neume immer mit der letzten Note aufhört / grundsätzlich endbetont ist. Der "//​ClivisPressus//"​ 1234 ist also ein Climacus auf dem zweiten Ton artikuliert und auf dem letzten enttont: 12-, oder wie in der letzten Graphie mit celeriter -2-. 
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 === Virga strata mit c === === Virga strata mit c ===
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 [[grad:​0209]] "//​i//​-racundis"​ , "​gen-//​ti//​-bus",​ "​exalta-//​bis//​ me", aber auch "​eri-//​pi//​-es me" [[grad:​0209]] "//​i//​-racundis"​ , "​gen-//​ti//​-bus",​ "​exalta-//​bis//​ me", aber auch "​eri-//​pi//​-es me"
 +
 +{{ :​neumen:​oriscus:​vrg_vergleich.png?​250|}}
 +Virga mit Episem ​ - mehrwertig, länger, gewichtiger\\
 +Virga mit Köpfchen (Cephalicus) - kein zweiter Ton, weich ausklingend\\
 +Virga mit Oriscus (cf.:MR, Virga strata) - melodisch/​dynamischer Hinweis.
  
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 +==== ~Vrg – Funktionen ====
  
-==== ~ Virga – Funktionen ==== 
  
 +Die ~Virga hat im Antiphonal-Repertoire vier Aufgaben:\\
 +**1**) Im **[[neumen:​oriscus:​vrg#​vrg_mut|Cento-Übergang]]** (~Virga mutans = **<fc #​6495ed>​~Vrg mut</​fc>​**) zeigt sie, vergleichbar dem Schnipsen eines Fernseh-Regisseurs,​ der den Wechsel der Kameraeinstellung befiehlt, den Beginn des nächsten Cento an.\\
 +**2**) Als **[[neumen:​oriscus:​vrg#​vrg_cad|Terzfall]]** (~Virga cadens = **<fc #​6495ed>​~Vrg cad</​fc>​**) im klassischen Kontext der kleinen Terz verhindert sie den Durchgang "​fa-**mi**-re"​ und erzwingt den Absprung "​fa-re"​. [[ant:​1709]] "​ip-//​si//​ deum videbunt"​ 1TER de5 !  \\
 +**3**) zeigt sie an, wenn die Melodie **[[neumen:​oriscus:​vrg#​vrg_sub|unter die Finalis]]** fällt (~Virga subfinalis = **<fc #​6495ed>​~Vrg sub</​fc>​**).\\
 +**4**) Am **[[neumen:​oriscus:​vrg#​vrg_inc|Beginn einer Antiphon]]** (~Virga incipiens = **<fc #​6495ed>​~Vrg inc</​fc>​**) fordert sie einen bestimmten Cento ein: im Protus das INC Vstr, den "​Vorspann",​ im Tetrardus das INC dupl.\\
 +Alles in allem erfüllt die ~Virga die Funktion eines Linienersatzes in campo aperto (diastema adiastematica).
  
-Die ~ Virga hat im Antiphonal-Repertoire ​vier Aufgaben:​\\ +Im Mess-Repertoire (Gradual-Repertoire) ​ist die ~Virga\\ 
-**1**Im **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vrg_mut|Cento-Übergang]]** (~ Virga mutans = **<fc #​6495ed>​~ Vrg mut</​fc>​**) zeigt sie, vergleichbar dem Schnipsen eines Fernseh-Regisseurs,​ der den Wechsel der Kameraeinstellung befiehlt, denn Beginn des nächsten Cento an.\\ +**5**) **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vstr_acc|Akzent]]** (~Virga ​accens ​= **<fc #​6495ed>​~Vrg ​acc</​fc>​**) ​meist Halbton über die Rezitationsebene hinaus.\\ 
-**2**) Als **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vrg_cad|Terzfall]]** (~ Virga cadens ​= **<fc #​6495ed>​~ Vrg cad</​fc>​**) ​im klassischen Kontext der kleinen Terz verhindert sie den Durchgang "​fa-**mi**-re"​ und erzwingt den Absprung "​fa-re"​.\\ +**6**) resupin\\ 
-**3**) zeigt sie an, wenn die Melodie **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vrg_sub|unter die Finalis]]** fällt (~ Virga subfinalis = **<fc #​6495ed>​~ Vrg sub</​fc>​**).\\ +**7**) **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vstr_acc|de 2TER]]** (~Virga ​2TER = **<fc #​6495ed>​~Vrg ​acc 2</​fc>​**) ​oder\\
-**4**) Am **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vrg_inc|Beginn einer Antiphon]]** (~ Virga incipiens ​= **<fc #​6495ed>​~ Vrg inc</​fc>​**) ​fordert sie einen bestimmten Cento ein: im Protus das INC Vstr, den "​Vorspann",​ im Tetrardus (?)\\ +
-Alles in allem erfüllt die Viga strata die Funktion eines Linienersatzes in campo aperto (diastema adiastematica).+
  
-Im Mess-Repertoire (Gradual-Repertoire) ist die Virga\\ +==== ~Vrg – Dreiklang ==== 
-**5**) **[[neumen:​oriscus:​virga_strata#​vstr_semi|Halbtonsignal]]** (~ Virga semitonalis = **<fc #​6495ed>​~ Vrg semi</​fc>​**) oder\\ +{{ :neumen:​oriscus:​3_dreiklang.png?90|}}
-**6**) übersteigt die Rezitationsebene **Sca!**(~ Scandicus superans = **<fc #​6495ed>​~ Sca+</​fc>​**).+
  
 +[[grad:​0040]] "​Ecce", ​   [[grad:​0156]],​ [[ant:​7460]] ​   "​Veni" ​     la-do-mi ​ - rezitatio re,\\
 +[[grad:​0061]] "​quare", ​  ​[[grad:​0073]] "​ecce" ​     "​re-fa-la" ​ - rezitatio sol,\\
 +[[grad:​0577]] "​rectum", ​ [[grad:​0987]] "​donec" ​    "​mi-sol-si"​ - rezitatio la,\\
 +[[grad:​0846]] "​veritas",​ [[ant:​1771]] "​praedicans"​ "​fa-la-do" ​ - rezitatio si,
  
-[[neumen:​oriscus:​virga_strata|↘️ ​~ Virga]]+{{ :neumen:​oriscus:​0987_ad_vrg-dreiklang.png?​330|}} 
 +Wenn die ~Virga ​eine Eintonneume ist, und davon sind wir überzeugt, so ist die seltene Neume "​Punctum – Punctum – Virga strata" ​ ein Dreiklang (auch wenn alle anderen adiatematischen Handschriften 4 Töne schreiben), dessen oberster Ton die Rezitationsebene übersteigt. Der Vergleich dieser 8 Fälle führt in [[grad:​0846]] zu einem kühnen, aber gut singbaren Tritonus-Spiel,​ in [[grad:​0577]] zu einer sinnvollen Lösung, die aus den Handschriften allein nie zu finden gewesen wäre, und im TR [[grad:0987]] (der einzige Falle der auch im C belegt ist) kommt Mp zu Quellenehren wie selten, Mp schreibt Dreiklang!, wenn auch dem codex entsprechend einen F-Dur Dreiklang statt e-moll. ​
  
  
 +
 +[[neumen:​oriscus:​vrg|↘️ ~Vrg]]
  
 ––––––––––––––––––––––– –––––––––––––––––––––––
  
 +====== ~Pct ====== ​
 +
 +{{ :​neumen:​oriscus:​1osc_b.png?​70|}}
 +
 +**<fc #​ff0000>​Isolierter Oriscus</​fc>​**
 +
 +
 +
 +**6**) **Sca!**(~ Scandicus superans = **<fc #​6495ed>​~ Sca+</​fc>​**) oberer Ton eines akzentuierendes Scandicus quilismaticus. Dieser übersteigt die Rezitationsebene.\\
 +
 +
 +(statt Tractulus?)
 +
 +
 +
 +In Bv34 wird der Osc benutzt, den Dreiklang "​fa-la-do"​ zu notieren. Er steht auf dem "​la":​ OF [[grad:​1114]] "​daniél"​. Siehe auch "​Fontes GR" – [[quellen:​quellen_gr#​beneventanische_handschriften|Beneventanische Handschriften]].
 +
 +
 +[[neumen:​oriscus:​pct|↘️ ~Pct]]
 +
 +–––––––––––––––––––––––
 +
 +====== ~Pes ======
 +
 +{{ :​neumen:​oriscus:​2pes_s2_b.png?​90|}}
  
-====== ~ Pes ====== 
 **<fc #​ff0000>​Pes quassus</​fc>​** **<fc #​ff0000>​Pes quassus</​fc>​**
  
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 [[grad:​0036]] "​maria", ​ [[grad:​0036]] "​maria", ​
  
-[[neumen:​oriscus:​pes_quassus|↘️ ~ Pes]]+[[neumen:​oriscus:​pes|↘️ ~Pes]]
  
  
 ––––––––––––––––––––––– –––––––––––––––––––––––
  
-====== ~ Clivis ====== 
  
-**<fc #​ff0000>​Pressus</​fc>​**+===== ~Clm res =====
  
 +{{ :​neumen:​oriscus:​4_clmres.png?​90|}}
  
-[[grad:​1339]] AL "​Dedisti hereditatem"​ zeigt die Funktion des Pressus + Pes quassus.+**<fc #​ff0000>​Climacus resupinus</​fc>​**
  
-Mp schreibt den Pressus durch Häckchen über dem (einen) Ton, wodurch er verdoppelt (?) wird.+[[ant:​0833]] !
  
 +[[neumen:​oriscus:​clmr|↘️ ~Clm res]]
  
-vide GR 0170, Mp+MR Schluss des Verses.! +-------------------
-vide OF 500 Pressus 2 oder 3 Töne?+
  
 +===== ~Sca+ =====
  
-vide OF V2 [[ant:0929]] "​diluvi-o"​+{{ :neumen:​oriscus:​3_sca_.png?​90|}}
  
-vide OF V2 [[ant:​0948]] "​mandata ​**tu**-a"+**<fc #​ff0000>​Scandicus superans</​fc>​**
  
-vide AL [[ant:​0873]] "​mundi"​ - "​patientia"​ - "​vestras"​ 
  
-vide RP V [[ant:7577]] "​Obtule-runt" ​ H Vergleichen mit AM(=NR)+[[neumen:oriscus:​sca|↘️ ~Sca+]]
  
-[[neumen:​oriscus:​pressus|↘️ ~ Clivis]]+0061 (cf.0080),  
 +0040, 0073, 0156, 
  
--------------------+–––––––––––––––––––––––
  
-===== ~ Clm =====+===== ~appl =====
  
-**<fc #​ff0000>​Clivis-Pressus</​fc>​**+{{ :​neumen:​oriscus:​2_clva.png?​90|}}
  
 +**<fc #​ff0000>​Clivis + Orisco applicato</​fc>​**
  
-[[neumen:​oriscus:​climacus|↘️ ~ Clm]] 
  
--------------------+Die Clivis mit beigefügtem Oriscus (mit Oriscus in Apposition) 
 +[[ant:​0078]] "tuba //in// si-//on// quia" Der Cento 1INC 5Pes und die Formel 1NMA appl schließen normal auf "​la"​. In dieser Antiphon wird die Melodie aber beide Male zum "​sol"​ geführt (cf.: 
  
-Nach dem isolierten Oriscus geht es nicht zwingend tiefer weiter: z.B. AL [[grad:0376]] zweites ​"om-**nes**"+[[ant:0081]] "//​et// ​ regni"
  
-Wc bringt in [[ant:7453]] RP Laetentur caeli eine interessante Übertragung des Clivis mit nachgestelltem Oriscus +[[ant:0343]] "ab-//​raam//"​ + "​i-//​saak//"​ in beiden Fällen zeigt der applizierte Oriscus eine zweite Silbe an, die keine zweite Silbe ist: "abr**a**m + is**a**k"​. ​Ebenso in [[ant:​0827]]
-" ​et paupe-**rum**", die unserer Interpretation des Oriscus völlig entspricht +
  
-RP [[ant:​7031]] "in //​mór//​-tem"​ Der iOsc etabliert neue Ténorebene "​sol"​. 
  
 +???????
 +[[ant:​0061]] (cf.[[ant:​0080]]), ​
 +[[ant:​0040]],​ [[ant:​0073]],​ [[ant:​0156]],​\\ ​
 +???????
  
-------------------- 
  
-===== ~ Pes sbp =====+{{ :​neumen:​oriscus:​6_circa.png?​90|}}
  
-**<fc #ff0000>Pes-subpunctis-Pressus</​fc>​**+**<fc #ff0000>Circulatio ad sol + Orisco applicato</​fc>​**
  
-[[neumen:oriscus:pes-subpunctis|↘️ ~ Pes sbp]]+Diese Neume gehört zu den AN des 1.Modus, sie transformiert die Rezitation "​la"​ herunter auf "​sol";​ der Oriscus etabliert eine neue, tiefere Rezitationsebene. Neumiert kommt sie im Repertoire ​ knapp 30x vor (gesamt 73X). Fast immer leitet sie das 1INC 5Pes zum 1MED triv (3 Ausnahmen: ​[[ant:0090]], [[ant:​0203]],​ [[ant:1562]]). Praktisch immer versieht H diese Neume mit celeriter, während MR ihre 10x Fälle mit der nkGraphie der Circulatio schreibt. 
 +De Oriscus als eigenen Ton notiert Ka nie!, Bv2 meist nicht, Lc mehrmals nicht.
  
-------------------- 
  
-===== ~ Trc ===== 
  
-**<fc #​ff0000>​Torculus</​fc>​**+{{ :​neumen:​oriscus:​6_trct.png?​120|}} 
 +**<fc #​ff0000>​Torculus ​+ Orisco applicato + Torculo</​fc>​** 
  
-[[neumen:​oriscus:​torculus|↘️ ~ Trc]]+[[neumen:​oriscus:​appl|↘️ ~appl]]
  
 ––––––––––––––––––––––– –––––––––––––––––––––––
  
  
-===== ~ Clm res =====+===== ~Pes g =====
  
-**<fc #​ff0000>​Climacus resupinus</​fc>​**+{{ :​neumen:​oriscus:​2_pesq_gall.png?​90|}}
  
-[[ant:​0833]] !+**<fc #​ff0000>​Pes stratus (gallikan)</​fc>​**
  
-[[neumen:​oriscus:​climacus_resupinus|↘️ ~ Clm res]] 
  
--------------------+Stammt aus dem gallikanischen Repertoire
  
-===== ~ Sca+ =====+AL [[grad:​0361]] "In exitu israel"​\\ 
 +AL [[grad:​0365]] "​Iuravit dominus"​\\ 
 +AL [[grad:​0388]] "Non vos relinquam"​\\ ​  
 +AL [[grad:​1474]] "Veni sancte spiritus"​\\  
 +OF [[grad:​1126]] "​Protege domine"​ V.1 
  
-**<fc #​ff0000>​Scandicus superans</​fc>​** 
  
 + {{ :​neumen:​oriscus:​2pes_str.y.png?​80|}}
  
-[[neumen:oriscus:scandicus_superans|↘️ ~ Sca+]]+In aquit eine Form des Pes, die wir mit weißem ersten Ton und zusammengezogenen zwei zweiten Tönen notieren cf.: AL [[grad:1427]] ​ IN Bv (Bv39) ebenfalls einFinalformel;​ cf.: AL [[grad:3526]]
  
-0061 (cf.0080), ​ +vide et AL [[grad:​1472]] Zt "​tristitia"​ 
-0040, 0073, 0156, + 
 +[[neumen:​oriscus:​pesg|↘️ ~Pes g]]
  
 ––––––––––––––––––––––– –––––––––––––––––––––––
  
-===== ~ Clv=====+====== ~Clv ======
  
-**<fc #​ff0000>​Clivis + Orisco applicato</​fc>​**+{{ :​neumen:​oriscus:​2prs.png?​90|}}
  
-[[neumen:​oriscus:​clivis_plus|↘️ ~ Clv+]]+**<fc #​ff0000>​Pressus</​fc>​**
  
-0061 (cf.0080),  +Die Unterscheidung von Pressus minor und pressus maior führt von vornherein in die falsche RichtungDie äußerst kluge Argumentation von GJ 
-0040, 0073, 0156, +
  
-------------------- 
  
-===== ~ Circ+ ===== +Cardine S.93 Ende "Der Pressus minor befindet sich niemals isoliert über einer Silbe, sondern immer in Komposition mit anderen Neumenelementen. Die erste Note steht stets in im Gleichklang mit der vorhergehenden Note." André Mocqueraeau plädiert für ein Verschmelzen der des Oriscus mit der vorhergehenden Note (NM1,​304ff). ​  ​Cardine/Joppich argumentieren dagegen,
-**<fc #​ff0000>​Circulatio ad sol + Orisco applicato<​/fc>**+
  
-[[neumen:​oriscus:​circulatio_plus|↘️ ~ Circ+]]+ 
 +vide [[ant:​1735]] ​ !!! 
 + 
 +"​...die besondere Note des des Pressus, der Oriscus, befindet sich immer im Einklang mit der vorhergehenden Note" SG p.88 
 + 
 + 
 +[[grad:​1339]] AL "​Dedisti hereditatem"​ zeigt die Funktion des Pressus + Pes quassus. 
 + 
 +Mp schreibt den Pressus durch Häckchen über dem (einen) Ton, wodurch er verdoppelt (?) wird. 
 + 
 + 
 +vide GR 0170, Mp+MR Schluss des Verses.! 
 +vide OF 500 Pressus 2 oder 3 Töne? 
 + 
 + 
 +vide OF V2 [[ant:​0929]] "​diluvi-o"​ 
 + 
 +vide OF V2 [[ant:​0948]] "​mandata **tu**-a"​ 
 + 
 +vide AL [[ant:​0873]] "​mundi"​ - "​patientia"​ - "​vestras"​ 
 + 
 +vide RP V [[ant:​7577]] "​Obtule-runt" ​ H Vergleichen mit AM(=NR) 
 + 
 +[[neumen:​oriscus:​clv|↘️ ~Clv]]
  
 ------------------- -------------------
-===== ~ Trc + Trc ===== 
-**<fc #​ff0000>​Torculus + Orisco applicato + Torculo</​fc>​** 
  
-[[neumen:​oriscus:​torculus_torculus|↘️ ​Trc + Trc]] +===== ~Clm =====
-–––––––––––––––––––––––+
  
 +{{ :​neumen:​oriscus:​3clvprs_-s-.png?​90|}}
  
 +**<fc #​ff0000>​Clivis-Pressus</​fc>​**
  
-===== ~ Pes g ===== 
  
-**<fc #​ff0000>​Pes stratus (gallikan)</​fc>​**+=== zum Pressus ===
  
 +Ausgehend von den graphischen Möglichkeiten,​ die St.Gallen hat, um die Artikulation des Climacus (<fc #​6495ed>​Clm</​fc>​) darzustellen,​ der erste Ton, die Virga hat den Wert der nachfolgenden Note (kurrent oder nicht kurrent : k Punktum - nk Tractulus. Um die Flüssigkeit des ersten Tons dazustellen,​ obwohl der zweite Ton nk (Tractulus) ist, wird die Virga (1.Ton) mit dem Tractulus (2.Ton) verbunden (Artikulation:​ -23). Diese Verbindung ist also selbst **kein** Ton. Warum soll die selbe Neume mit Oriscus an Stelle des Tractulus (2.Ton) plötzlich eine 4tonige Neume sein (1234)? Der Oriscus hat die Funktion, den letzten Ton des Climacus zu enttonen, entgegen dem Grundsatz, dass eine Neume immer mit der letzten Note aufhört / grundsätzlich endbetont ist. Der "//​ClivisPressus//"​ 1234 ist also ein Climacus auf dem zweiten Ton artikuliert und auf dem letzten enttont: 12-, oder wie in der letzten Graphie mit celeriter -2-.
  
-Stammt aus dem gallikanischen Repertoire+{{ :​neumen:​oriscus:​zum_clm.png?​400|}}
  
 +[[neumen:​oriscus:​clm|↘️ ~Clm]]
  
-AL [[grad:​0365]] "​Iuravit dominus"​\\ +-------------------
-AL [[grad:​0388]] "Non vos relinquam"​\\ ​  +
-AL [[grad:​1474]] "Veni sancte spiritus"​\\  +
-OF [[grad:​1126]] "​Protege domine"​ V.1 +
  
 +Nach dem isolierten Oriscus geht es nicht zwingend tiefer weiter: z.B. AL [[grad:​0376]] zweites "​om-**nes**"​
  
- ​{{ ​:neumen:​oriscus:​2pes_str.y.png?80|}}+Wc bringt in [[ant:7453]] RP Laetentur caeli eine interessante Übertragung des Clivis mit nachgestelltem Oriscus 
 +" et paupe-**rum**",​ die unserer Interpretation des Oriscus völlig entspricht 
  
-In aquit eine Form des Pes, die wir mit weißem ersten Ton und zusammengezogenen zwei zweiten Tönen notieren cf.: AL [[grad:1427]]  IN Bv (Bv39) ebenfalls einFinalformel;​ cf.: AL [[grad:​3526]]+RP [[ant:7031]] "in //​mór//​-tem"​ Der iOsc etabliert neue Ténorebene "​sol"​.
  
-vide et AL [[grad:​1472]] Zt "​tristitia"​ 
  
-[[neumen:​oriscus:​pes_stratus|↘️ ~ Pes g]]+-------------------
  
 +===== ~Pes sbp =====
  
 +{{ :​neumen:​oriscus:​4_pessbp.png?​90|}}
  
-–––––––––––––––––––––––+**<fc #​ff0000>​Pes-subpunctis-Pressus</​fc>​**
  
-==== als Eintonneume ====+[[neumen:​oriscus:​pessbp|↘️ ~Pes sbp]]
  
-(statt Tractulus?)+-------------------
  
 +===== ~Trc =====
  
 +{{ :​neumen:​oriscus:​3_trc_12-_.png?​90|}}
  
-In Bv34 wird der Osc benutzt, den Dreiklang "​fa-la-do"​ zu notieren. Er steht auf dem "​la":​ OF [[grad:1114]] "​daniél"​. Siehe auch "​Fontes GR" – [[quellen:quellen_gr#​beneventanische_handschriften|Beneventanische Handschriften]].+**<fc #​ff0000>​Torculus</​fc>​** 
 + 
 + 
 + 
 + 
 +[[neumen:oriscus:trc|↘️ ~Trc]] 
 + 
 +–––––––––––––––––––––––
neumen/oriscus/oriscus.1565958046.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/08/16 12:20 von xaverkainzbauer