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cento_rp:rp2_v

Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen angezeigt.

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cento_rp:rp2_v [2020/05/13 18:04]
georgwais angelegt
cento_rp:rp2_v [2020/05/13 18:14] (aktuell)
georgwais
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-====== RESPONSORIUM 2. Modus  ======+====== RP Versus  ====== 
 {{ :cento_rp:rp2_struktur.png?280|}} {{ :cento_rp:rp2_struktur.png?280|}}
  
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 {{ :cento_rp:rp2_psalmodie.png?800 |}} {{ :cento_rp:rp2_psalmodie.png?800 |}}
  
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-=====  Incipit (A) =====  
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-{{ :cento_rp:rp2_cento_a.png?300|}} 
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-zweiakzentig\\ 
-▪️ 1.Akzent, praetonische Silben auf “la”, Akzent “do-remi”, der folgende Text rezitiert auf "re".\\ 
-▪️ 2.Akzent  1 praetonische Silbe “fa”, bei\\  
-PPO Porrectus  fa-mi-fa - Pes re-mi - Clivis “re-do”. Bei \\ 
-PO verbinden sich Por und Pes zur 6ton-Neume (mit sol). ➡️ [[ant:7031]]\\ 
-▪️ Stehen zwischen den beiden Akzenten nicht mindestens zwei Silben zur Verfügung, verbinden sich die beiden verbleibenden Silben zum Pes “re-fa” ➡️ [[ant:7453]].\\ 
-▪️ In ➡️ [[ant:7309]] steht nur ein Akzent zur Verfügung, der Cento wird elidiert und frei(?) reduziert.  
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-▪️ Der erste Akzent kann auch an Stelle des Scandicus einen AkzentTorculus (kurrent) tragen, er nimmt die Akzentuierung etwas zurück unspielt ihn: Ausdruck der Zuneigung: ➡️ [[ant:7036]] und [[ant:7670]]. Bei   "amavit eum" ist das offensichtlich, aber auch "sepulto" ist umspielt, denn es ist das "sepultum //domini//" 
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-=====  Cento C =====  
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-{{ :cento_rp:rp2_c_tabelle.png?300|}} 
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-Der Cento C die 
-1.Reintonatio (Reintonatio C) besteht aus drei Teilen: \\ 
-Incipit - Medium - Terminatio 
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-Die **Terminatio** betrifft das letze Wort und teilt seine 7-Ton-Neume bei PPO auf Pes “fasol” und Pes subpunctis resupinus (Pessbpres) “mi-fa-mi-re-mi” auf. Die letzte Silbe bleibt immer Clivis “re-do”.\\ 
- 
-Das **Incipit** steigt seltener von “do/re zum fa” auf, meist beginnt es auf “fa” und steigt zum “la” (cf.: Antiphonen des 1.Modus 1FML alloq. [[cento_an:pr1_inc#fml_alloq|1FML alloq]]. Nicht selten (14x) wird der 1.Akzent durch //Circulatio// hervorgehoben. 
- 
-Das **Medium** besteht grundsätzlich  aus Pes-Clivis-Pes (“fa-sol”- “fa-mi” - “fa-sol”).  Mit viel Geschick wird dieses Melodiematerial der jeweiligen Silbenanzahl und Akzentkonstellation angepasst. Selbst das jeweilige Gewicht eines Akzentes kann noch berücksichtigt werden: cf.[[ant:7216]] "eleva //brá//-chium [[ant:7216]] "et re-//con//-cilietur". 
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- ➡️ [[ant:7048]] 
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-=====  Cento D =====  
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-{{:cento_rp:rp2_d_cursus_1.png?400 |}} 
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-Der Cento D (Terminatio D, Terminatio der 2.Zeile) verwendet die selbe Formel wie die Psalm-Terminatio. Während aber im Psalm die Formel pentasyllabisch (die letzten 5 Silben ohne Rücksicht auf Akzente) behandelt wird, wird sie im Cento D den Sprachakzenten nach, den Regeln des Cursus entsprechend behandelt.\\ 
-Ein melodisches Unterscheidungsmerkmal gibt es zusätzlich: 
-der Terzsprung der fünftletzten Neume (5 Pes subpunctis) ist zum Scandicus subpunctis aufgefüllt. Diese beiden Unterscheidungsmerkmale sind ausnahmslos und konsequent durchgehalten. 
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-{{ :cento_rp:rp2_d_cursus_2.png?380|}} 
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-<fc #6495ed>CURSUS</fc>     (cf.: Riemann, Mainz 1882/1867) 
-bezeichnet eine rhytmische Textstruktur an den Satzenden, wie sie seit dem spätantiken 3.Jh bis in das spätmittelaterliche 14. Jh bepflegt wurde.   
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-<fc #6495ed>cursus planus</fc>               / . . / .      índuit éum\\ 
-<fc #6495ed>cursus tardus</fc>               / . . / . .    réferam néscio\\ 
-<fc #6495ed>cursus velox</fc>                / . . . .  / . nequítia peccatórum \\  
-<fc #6495ed>cursus trispondaicus</fc>        / . . .  / .   né  disce-das á me  \\  
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-Einfacher gesagt: PPO darf nur durch PPO eingeleitet sein (c.tardus) 
-PO kann nie durch PO eingeleitet werden (<del>crea-túrae túae</del> =, créaturae túae) 
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-Gregorianischer Choral ist aus der Begegnung antiker Latinität mit germanischem Sprachgefühl entstanden. Manches passt nicht in die Denkweise fränkischer Kantoren: so wichtige Begriffe wie “scríbere, víta, nómen” können nicht dem cursus unterworfen werden: 7062 könnte römisch “quasi ín libro scrí-be” (c.planus) sein. Die fränkische Kantor (Chrodegang von Metz?) setzt PO gegen PO  “quasi in lí-bro scrí-be”,  indem er die 4. und 3. Neume der Formel verschmilzt. Auch [[ant:7444]] ist kein reiner Cursus. 
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-➡️ [[ant:7036]] 
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-====  Cento D-minor ====  
-{{ :cento_rp:rp2_d-minor.png?300|}} 
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-Der Cento D kommt zehnmal in verkürzter Form vor, fast immer in komplex centonisierenden Kontexten. Von den ursprünglichen fünf Neumen des Cento D bleiben im Cento D-minor nur die letzten beiden über (Climacus resupinus und Clivis). Die Neume Circulatio (Clvsppflx) "fa-mi-fa-sol-la" ist zum Torculus "fa-sol-la" reduziert. 
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-➡️ [[ant:7323]] 
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-=====  2INC cad =====  
  
cento_rp/rp2_v.txt · Zuletzt geändert: 2020/05/13 18:14 von georgwais