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cento_rp:cent_1d

Inhaltsverzeichnis

⬅️ CENTONES RESP xxx 2️⃣ 3️⃣ 4️⃣ 5️⃣ 6️⃣ 7️⃣ 8️⃣ xxx ▪️ 1 A ▪️ 1 B ▪️ 1 C ▫️ 1 D ▪️ 1 E ▪️ 1 F


Cento 1 D

Die Terminatio der 2. Periode ist eng verwandt mit Cento Ω (Terminatio der 1. + 3. Periode). Der Porrectus praepunctis (PorPrp) als CAD-Formel und die Mehrtonneume bei PPO beginnend mit „la-sol-la-fa“ sind gemeinsam.
Der Cento ist durch Terminatio und Incipit definiert. Eine gewisse Konstante bleibt der Salicus „fa-sol-la“.

Statistik 62x

D norm

Die Benennung der CAD-Neume ist schwierig, weil sie unterschiedlich viele Töne davorgesetzt hat. Der Por, dem ein „mi“ vorgesetzt ist, müsste TrcRes heißen, was eine andere Vorstellung suggeriert als die Graphik. Ein zusätzlicher Ton davor würde die Bezeichnung auf ClvResFlx ändern, ein weiterer Ton würde den Namen abermals völlig andern… Unser System der Benennung kommt hier an sein Ende.
Ins Auge fallend ist sowohl in H als auch in der Quadratnotenschrift der Porrectus „sol-fa-sol“. Wir entscheiden uns daher, diese Neume (traditionell?) Porrectus praepunctis zu nennen.

Terminatio

Die CAD des Cento 1 D besteht aus TrcPrp „fa-mi-sol-fa-sol“ und Clv „sol-fa“. Die Erweiterung nach vorne hängt vom Melodieverlauf zuvor und den Akzentgewichten ab. Ist ein PPO zu vertonen, so steht vor der CAD-Neume ein kurrenter PorFlxRes „la-so-la-fa-sol“. Ist der Text lange genug, sowohl Incipit als auch Terminatio Raum zu geben, so steht auf der Silbe vor dem letzten Akzent kSca (Sal) „fa-sol-la“.

Incipit

Das Incipit bildet üblicherweise eine zweisilbige Formel aus Trc „fa-sol-fa“ mit praetonischen Silben auf „re“ und einer Clv „fa-re“. Fehlen praetonische Silben, ist die erste Neume zum ScaFlx „re-fa-sol-fa“ erweitert. In 7499 steht als Incipit nur das einsilbige Wort „sol“. Die Clv der nicht vorhandenen zweiten Silbe wird zum Cephalicus „mi“ (geht nicht bis zum „re“!) und an den ScaFlx angebunden: ScaSbp. Weniger pregnante Einsilber wie „et“ 7668 oder „vir“ 7158 reduzieren die Neume auf einen PesSbp „fa-sol-fa-mi“
In vier Fällen, bei wichtigeren Akzenten, steigt der Trc zum „la“. Die folgende Clv führt dann nur bis „mi“. Außer in 7586 „vias“ sind sich die Quellen allerdings nicht einig, ob die Clv nicht doch zum „re“ führen sollte, in 7106 „confi-te-mini“ schreibt Bv den Trc nur als „fa-sol-fa“. Überhaupt scheint die Clv auch in anderen Fällen umstritten gewesen zu sein e.g.: 7159 „nunc dimit-tis“ Mc.

D varia

Häufiger als die Normalform des Cento sind die Fälle, wo das Incipit mehr oder weniger frei gewählt ist.
Einerseits werden allgemein übliche Einleitungsformeln verwendet wie
6x alloquium oder
6x Trc parans
2x circulatio
oder nur einzeln
Trc intonans
die übliche Intonation von RP2 A e.g.: 7394D „et creavit“

Die Beurteilung der weiteren Incipites zu RP1 D wird einem späteren Analysedurchgang vorbehalten sein, dem ein synchroner Blick auf das gesamte Repertoire möglich ist.

D non typ

Die Terminatio ist nicht TrcPrp.

cento_rp/cent_1d.txt · Zuletzt geändert: 2021/12/11 08:17 von xaverkainzbauer