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cento_an:tt8_inc
◻️ TT8 TYPOI
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TT8 INCIPIT


8INC princ

Incipit principale des Tetrardus plagalis

Dieses Incipit ist durch drei Elemente bestimmt:

  • durch den ersten Akzent als Hauptakzent über den Quartpes zum „do“,
  • den letzten Akzent, der zum „sol“ kadenziert und
  • die unterschiedlich vielen Silben und Akzente dazwischen.

Die wichtigste Aussage wird mit dem Quartpes sol-do als Hauptakzent gemacht.

Deutlich zurückgenommen klingt der letzte Akzent, der als PO mit nkPes sol-la erklingt; als PPO ist er ein kPes fa-la (bzw. sol-la) samt unbetonter Binnensilbe la.


8INC desc

Der Cento wird im Gegensatz zum 8INC princ für „unterkühlte“ Texte (mit einem niedrigeren Spannungsniveau) verwendet.

Die Grundform fällt vom sol zum re und steigt wieder auf zum sol, wobei es zwei Möglichkeiten für den wichtigsten Akzent gibt:

Wenn zwischen dem Abstieg zum re und dem erneuten Aufstieg zum sol genügend (relativ unbetonte) Silben stehen, dann ist auch das konstitutive fa unbetont; der wichtigste Akzent liegt auf dem Pes sol-la.

Wenn am Schluss des Centos entweder PO-PO oder PO-PPO oder zumindest PPO steht, dann ist es ein kPes; wenn hingegen nur ein PO steht, dann wird der Hauptakzent zum nkPes.

Nach der Akzentsilbe sol (die mit prätonische Silben eingeleitet werden kann) schließt sich eine Clv fa-re an. Der stufenweise Aufsteig mündet in den Hauptakzent sol-la.

Bei nur mehr zwei Akzenten „Spí-ritus sán-ctus“ (PPO-PO) (0009) werden die anfänglichen sol und Clv fa-re durch Synärese zu Clv sol-re zusammengezogen.

In 0083 wird der Hauptakzent auf „-us“ und nicht auf „nós-ter“ gelegt, was mit diesem Cento auch möglich wäre:

Bei doppeltem PO entfällt der Überstieg sol-la am Schluss, der Hauptakzent ist somit der nkPes fa-sol (1740, 1821).

Viermal schreibt H am Ende des Centos nkPes samt Virga strata: 0035, 0145, 1946 und 2053. Es schreiben praktisch jeweils alle anderen Handschriften einen Torculus (tw. mit verdoppeltem la oder sol); auch MR notiert in den beiden ersten Fällen Torc samt Oriscus.


8INC cad


8INC ad1

spannungslos unterkühlter Anfang

cf. 1INC ad1

Wie im 1. Modus beginnen spannungslos unterkühlt gesprochene Texte unter der Finalis und heben sich nur bis zur dieser, hier von „fa“ zum „sol“. Während der Protus weniger als 100 Fälle dieses Cento aufweist, sind es im Tetrardus (plagalis) mehr als 200 Fälle, die im TT abwechslungsreicher variiert werden als im PR. Die übliche Behandlung von PO - PPO - O wird angewendet, praetonische Silben, etwa in 1043, werden wie im Quintpes-Incipit des 1. Modus behandelt (cf. in 1INC 5Pes die praetonischen Silben).
Die Schlusssilbe kann mit einem bedeutungsschwangeren und zum „fa“ weiterführenden Pes subpunctis versehen sein, cf.: 0335, 1117, 1591.
Der Akzent kann stark hervorgehoben werden durch einen anfangsartikulierten Scandicus (auf den Akzent „fa“ wird ein kPes aufgesetzt, der die Finalis „sol“ zusätzlich akzentuierend übersteigt).


8INC dupl


8INC SoLL

Archaische Struktur, die auf ein sehr hohes Alter verweist (responsorial = bloß interpunktierend).

Der Cento ist aus der Rezitation auf „sol“ entwickelt, deren letzter Akzent (in der Regel PO) durch gewöhnlich zwei höhere Silben („la-la“) angekündigt wird.

Die letzte Silbe kann mit der weiterführenden Clivis „sol-fa“ versehen sein, diese wiederum kann modifiziert als cephalicus erscheinen.

Soll die letzte Silbe betont sein (Doppelpunkt, Oxytonon z.B.: „mé“, „dominé“ endbetont, um das damit gemeinte Tetragramm anzuzeigen), so beginnt auf der viertletzten Silbe die Bewegung „la-sol-la-sol“.


8INC arch


cento_an/tt8_inc.txt · Zuletzt geändert: 2019/07/25 21:44 von georgwais