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xaverkainzbauer
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xaverkainzbauer
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 **<fc #​BD0C11>​AN</​fc>​** [[7009|RP]] [[9862|IV]] ​ [[alia:​alia|alia]] **<fc #​BD0C11>​AN</​fc>​** [[7009|RP]] [[9862|IV]] ​ [[alia:​alia|alia]]
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   et claritas eius : replet órbem terrarum.   et claritas eius : replet órbem terrarum.
  
-Der aus drei Bibelstellen kompilierte Text (Is 30,27; Lc 2,9; Sap 1,7) bildet die Überschrift über das ganze Kirchenjahr. Dem entsprechend ist er ein Text in klassischer Vierteiligkeit, ein Typos Protus auth//​e//​nticus:+Der aus drei Bibelstellen kompilierte Text (Is 30,27; Lc 2,9; Sap 1,7) eröffnet ​das ganze Kirchenjahr. Dem entsprechend ist der Text in klassischer Vierteiligkeit ​und dem 1TYPOS zugeteilt:
  
-**[[cento_an:​pr1_inc#​inc_clv|1INC Clv]]** ([[xxxx]] ← → [[0014]]) Incipit cum clive, Dieser Cento führt vom //re// zum //la//, die Hauptaussage folgt unmittelbar. Das INC Clv (Incipit cum clive) eröffnet die meisten Antiphonen des Protus authenticus (PR1). Der augmentative Cephalicus auf "​no-//​men//"​ rundet einerseits das Wort "​nomen"​ im nachhinein ab und macht es daher etwas wichtiger, andererseits staut er vor dem nächsten Wort "​dómini"​ und verstärkt auch dieses. 
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-**[[cento_an:​pr1_med#​med_mdt|1MED mdt]]** ([[xxxx]] ← → [[0018]]) Die Mediatio, das Ende des ersten Halbverses, trägt die Sinnspitze der Antiphon "​vénit",​ üblicherweise auf "​sa",​ und führt zur Mittelkadenz auf "​sol"​ (Mediatio, Asteriscus). In dieser Antiphon setzt der "​Komponist"​ alles ein, was gut und teuer ist. Entgegen der Normalform steigt die Sinnspitze zum do und begrüßt den, //der da kommt// mit\\  
 {{ :​ant:​0001_comm1.png?​300|}} {{ :​ant:​0001_comm1.png?​300|}}
-**[[neumen:​neuma#​circulatio|NMA circ]]** (applicatio = Zuwendung, in der barocken Figurenlehre die Circulatio). Die Endsilbe des Schlüsselwortes "​ve-//​nit"//​ wird mit dem Torculus der Wortartikulation (Wortendetorculus **TrcWA**) abgerundet. "de longinquo"​ "von weither"​ wird ebenfalls aufgewertet. ​ 
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-**[[cento_an:​pr1_med#​med_nov|1MED nov]]** ([[xxxx]] ← → [[0018]]) Neuanfang (Reintonatio) führt vom "​sol"​ zum "​fa"​. Die Reintonatio ist  schlicht, nur der Cephalicus "​**é**-ius"​ gibt dem Wort mehr Gewicht. Der \\ 
-[[neumen:​oriscus:​~pes|~Pes]] (Pes quassus) am Ende des Cento führt von seinem eigentlichen Zielton "​fa"​ weg, das verhindert eine beruhigende,​ abschließende Wirkung und führt weiter, macht [[cento_an:​colon#​colon|Doppelpunkt]]. ​ 
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 +**[[cento_an:​pr1_inc#​inc_clv|1INC Clv]]** ([[5591]] ← → [[0014]]) Incipit cum clive, Dieser Cento führt vom //re// zum //la//, die Hauptaussage der Antiphon folgt unmittelbar darauf: "//​vé//​nit"​. Das INC Clv eröffnet die meisten Antiphonen des Protus authenticus (PR1). Der augmentative Cephalicus auf "​no-//​men//"​ rundet einerseits das Wort "​nomen"​ im nachhinein ab und macht es daher etwas wichtiger, andererseits staut er vor dem nächsten Wort "​dómini"​ und verstärkt auch dieses.\\
 +**[[cento_an:​pr1_med#​med_mdt|1MDT]]** ([[5537]] ← → [[0018]]) Die Mediatio, das Ende des ersten Halbverses, trägt die Sinnspitze der Antiphon "​vénit",​ üblicherweise auf "​sa",​ und führt zur Mittelkadenz auf "​sol"​ (Mediatio, Asteriscus). In dieser Antiphon setzt der "​Komponist"​ alles ein, was gut und teuer ist. Entgegen der Normalform steigt die Sinnspitze zum do und begrüßt den, //der da kommt// mit\\ 
 +[[neumen:​neuma#​circulatio|NMA circ]] ([[6150]] ← → [[0024]]) (im 1.Modus durchaus als applicatio = Zuwendung zu verstehen). Die Endsilbe des Schlüsselwortes "​ve-//​nit"//​ wird mit dem Torculus der Wortartikulation [[neumen:​neuma#​trc_fin]] abgerundet. "de longinquo"​ "von weither"​ wird ebenfalls aufgewertet:​\\
 +[[cento_an:​pr1_fml#​fmlc_trcclv]]\\ ​
  
 {{ :​ant:​0001_comm2.png?​300|}} ​ {{ :​ant:​0001_comm2.png?​300|}} ​
  
- +**[[cento_an:​pr1_med#​med_nov|1NOV]]** ([[5436]] ← → [[0018]]) Neuanfang (Reintonatio) führt vom "​sol"​ zum "​fa"​. Die Reintonatio ist  schlicht, nur der augmentative Cephalicus "//​é//​-ius"​ gibt dem Wort mehr Gewicht. Der \\ 
-**[[cento_an:​pr1_ter#​ter_penult|1TER penult]]** ([[xxxx]] ← → [[0033]]) endet auf der Finalis "​re"​. Die TER penult, die Finalformel für Texte mit Betonung auf dem vorletzten Akzent, ist hier richtig: "​replet //ór//bem terrarum"​ = "​erfüllt die //gánze// Welt". Die Clivis auf "​re-//​plet//"​ beschleunigt den Text auf den Akzent hin, der Cephalicus auf "//​ter//​-rarum"​ lässt den letzten Akzent nicht ganz neben dem Hauptakzent auf der vorletzen Silbe untergehen.+[[neumen:​oriscus:​oriscus#​pes|~Pes]] (Pes quassus) am Ende des Cento führt von seinem eigentlichen Zielton "​fa"​ weg, das verhindert eine beruhigende,​ abschließende Wirkung und führt weiter, [[cento_an:​colon#​colon]] (Doppelpunkt).\\ 
 +**[[cento_an:​pr1_ter#​ter_penult|1TER penult]]** ([[5332]] ← → [[0033]]) endet auf der Finalis "​re"​. Die TER penult, die Finalformel für Texte mit Betonung auf dem vorletzten Akzent, ist hier richtig: "​replet //ór//bem terrarum"​ = "​erfüllt die //gánze// Welt". Die Clivis auf "​re-//​plet//"​ beschleunigt den Text auf den Akzent hin, der Cephalicus auf "//​ter//​-rarum"​ lässt den letzten Akzent nicht ganz neben dem Hauptakzent auf der vorletzen Silbe untergehen.
  
  
ant/0001.1573384432.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/11/10 11:13 von xaverkainzbauer