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xaverkainzbauer
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xaverkainzbauer
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-[[6628]] ⟽ **[[cento_an:​0centones#​centones_antiphonarum|AN 1]]** ⟾ [[0014]]+[[6628]] ⟽ **[[cento_an:​pr1_syn|AN 1]]** ⟾ [[0014]] 
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   et claritas eius : replet órbem terrarum.   et claritas eius : replet órbem terrarum.
  
-[[5332]] ⟽ **[[cento_an:​pr1_typos|1 TYPOS]]** ⟾ [[0018]] +Der aus drei Bibelstellen kompilierte Text (Is 30,27; Lc 2,9; Sap 1,7) eröffnet ​das ganze Kirchenjahr. Dem entsprechend ist der Text in klassischer Vierteiligkeit und dem 1TYPOS zugeteilt:
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-Der aus drei Bibelstellen kompilierte Text (Is 30,27; Lc 2,9; Sap 1,7) bildet die Überschrift über das ganze Kirchenjahr. Dem entsprechend ist er ein Text in klassischer Vierteiligkeit, ein Typos Protus authenticus:​ +
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-**[[cento_an:​pr1_inc#​inc_clv|1INC Clv]]** Incipit cum clive, Dieser Cento führt vom //re// zum //la//, die Hauptaussage folgt unmittelbar. +
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-Das INC Clv (Incipit cum clive) eröffnet die meisten Antiphonen des Protus authenticus (PR1). Der augmentative Cephalicus auf "​no-//​men//"​ rundet einerseits das Wort "​nomen"​ im nachhinein ab und macht es daher etwas wichtiger, andererseits staut er vor dem nächsten Wort "​dómini"​ und verstärkt auch dieses. +
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-**[[cento_an:pr1_med#​med_mdt|1MED mdt]]** Hauptaussage "​venit"​ auf "​sa"​ (?!) steigt zur Mediatio (Mittelkadenz?​) "​sol"​ ab. +
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-Die Mediatio, das Ende des ersten Halbverses, trägt die Sinnspitze der Antiphon "​vénit"​ und führt zur Mittelkadenz (Mediatio, Asteriscus). Hier setzt der "​Komponist"​ alles ein, was gut und teuer ist. Entgegen der Normalform steigt die Sinnspitze zum do und begrüßt den, **der da kommt** mit +
  
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- +**[[cento_an:pr1_inc#inc_clv|1INC Clv]]** ([[5591]] ← → [[0014]]) Incipit cum cliveDieser Cento führt vom //re// zum //la//, die Hauptaussage ​der Antiphon folgt unmittelbar darauf: "//​vé//​nit"​. Das INC Clv eröffnet ​die meisten Antiphonen des Protus authenticus (PR1). Der augmentative Cephalicus auf "no-//men//" ​rundet einerseits das Wort "nomen" ​im nachhinein ab und macht es daher etwas wichtiger, andererseits staut er vor dem nächsten Wort "dómini"​ und verstärkt auch dieses.\\ 
- +**[[cento_an:​pr1_med#med_mdt|1MDT]]** ([[5537]] ← → [[0018]]) Die Mediatiodas Ende des ersten Halbverses, trägt die Sinnspitze ​der Antiphon ​"vénit", üblicherweise auf "​sa", ​und führt zur Mittelkadenz ​auf "​sol"​ (MediatioAsteriscus)In dieser Antiphon setzt der "Komponist" ​alles ein, was gut und teuer istEntgegen ​der Normalform steigt die Sinnspitze zum do und begrüßt den//der da kommt// mit\\  
-**[[neumen:neuma#applicatio|NMA appl]]** (applicatio = Zuwendungin der barocken Figurenlehre ​die Circulatio). Die Endsilbe des Schlüsselwortes ​"ve-//nit"// wird mit dem Torculus der Wortartikulation (Wortendetorculus **TrcWA**) abgerundet. ​"de longinquo" "von weither" ​wird ebenfalls aufgewertet +[[neumen:​neuma#​circulatio|NMA circ]] ([[6150]] ← → [[0024]]) (im 1.Modus durchaus als applicatio = Zuwendung ​zu verstehen). Die Endsilbe des Schlüsselwortes "​ve-//​nit"//​ wird mit dem Torculus ​der Wortartikulation [[neumen:​neuma#​trc_fin]] abgerundet"de longinquo"​ "von weither"​ wird ebenfalls aufgewertet:​\\ 
- +[[cento_an:​pr1_fml#​fmlc_trcclv]]\\ ​
-**[[cento_an:​pr1_fml#fml_pecl|FML PeCl]]**, eine etwas größere Form Torculus mit (Trc) und Clivis (Clv) sind über Pes+Virga gestülpt. +
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-**[[cento_an:​pr1_med#​med_nov|1MED nov]]** Neuanfang (Reintonatioführt vom "​sol"​ zum "​fa"​. +
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-Die Reintonatio NEO ist wieder schlichtnur der Cephalicus ​"**é**-ius" ​gibt dem Wort mehr Gewicht ​und der Pes auf der Endsilbeam Ende des Cento, verweist weiter, macht DoppelpunktDie übliche Erklärung des Pes quassus weist ihm eine "Strebetendenz" ​zuAn dieser Stelle muss sich der Pes aber eher zurücknehmenum dem Folgenden nicht im Weg zu stehen. Die Erklärung als Zeichen für den Centoübergang kommt der konkreten Sprechsituation näher.+
  
 {{ :​ant:​0001_comm2.png?​300|}} ​ {{ :​ant:​0001_comm2.png?​300|}} ​
  
- +**[[cento_an:​pr1_med#​med_nov|1NOV]]** ([[5436]] ← → [[0018]]) Neuanfang (Reintonatio) führt vom "​sol"​ zum "​fa"​. Die Reintonatio ist  schlicht, nur der augmentative Cephalicus "//​é//​-ius"​ gibt dem Wort mehr Gewicht. Der \\ 
-**[[cento_an:​pr1_ter#​ter_penult|1TER penult]]** endet auf der Finalis "​re"​. +[[neumen:​oriscus:​oriscus#​pes|~Pes]] (Pes quassus) am Ende des Cento führt von seinem eigentlichen Zielton "​fa"​ weg, das verhindert eine beruhigende,​ abschließende Wirkung und führt weiter, [[cento_an:​colon#​colon]] (Doppelpunkt).\\ 
- +**[[cento_an:​pr1_ter#​ter_penult|1TER penult]]** ​([[5332]] ← → [[0033]]) ​endet auf der Finalis "​re"​. Die TER penult, die Finalformel für Texte mit Betonung auf dem vorletzten Akzent, ist hier richtig: "​replet ​//​ór//​bem ​terrarum"​ = "​erfüllt die //gánze// Welt". Die Clivis auf "re-//plet//" beschleunigt den Text auf den Akzent hin, der Cephalicus auf "//ter//-rarum"​ lässt den letzten Akzent nicht ganz neben dem Hauptakzent auf der vorletzen Silbe untergehen.
-Die TER penult, die Finalformel für Texte mit Betonung auf dem vorletzten Akzent, ist hier richtig: "​replet ​órbem ​terrarum"​ = "​erfüllt die **gánze** Welt". Die Clivis auf "re-**plet**" beschleunigt den Text auf den Akzent hin,  der Cephalicus auf "**ter**-rarum"​ lässt den letzten Akzent nicht ganz neben dem Hauptakzent auf der vorletzen Silbe untergehen.+
  
  
ant/0001.1563802207.txt.gz · Zuletzt geändert: 2019/07/22 13:30 von xaverkainzbauer