[[cento:centologia#centones_antiphonarum|⬅️]] CENTOLOGIAx [[0centones |🔘]] synANxxxxx [[cento_an:2typ|⬜️]] 2 TYPOIx [[cento_an:2inc|↖️]] **2INC**x [[cento_an:2med|▫️]] 2MED [[cento_an:2nov|▫️]] 2NOV [[cento_an:2ter|▫️]] 2TER -------- ==== 2INC Rez ==== {{ :cento_an:2inc_rez.png?250|}} Dieses Incipit ist zwar ein **2INC ad3**, wird aber hier auf die 8 Fälle des 2TYP Rez reduziert um die Überschaubarkeit der Analyse zu sichern. Zu untersuchen ist, ob das Quilisma ein Ton ist oder nicht.\\ [[ant:3698]] ist eine Komposition von Solesmes ohne H als Beleg, fällt hier also als Quelle aus.\\ [[ant:0082]] bietet als Ausnahme ein 2INC cad. "Omnipotens sermo" ist zu mächtig, um nur auf der Ebene "re" zu rezitieren. Der Terzfall am Ende ist mit Virga strata angezeigt.\\ [[ant:0748]] und [[ant:2026]] werden zur Untersuchung hinzugenommen, sie beginnen wie der 2TYP Rez.\\ [[ant:0099]] "//Spi//-ritus" Das Quilisma in H und MR aber auch Tol wird in den jüngeren Quellen Wc, Fo, Ka, Wm/Zw nicht als Ton übertragen. Die Neume, die seit der solesmenser Restauration als Quilismascandicus bezeichnet wird ist ein gewöhnlicher TerzPes. Lc allerdings notiert einen Scandicus "re-mi-fa".\\ Spanndend ist, was die Beneventaner machen: Sie schreiben eine 3-Ton-Neume "do-re-fa": Einerseits bleibt der Terzsprung "re-fa" erhalten, andererseits sind es durch die Hinzufügung des "do" 3 Töne. "kein Jota oder Strichlein ist verlorengegangen". Das selbe Anliegen treibt Ka in\\ [[ant:0099]] "//Spí//-ritu" an. Es bleibt beim TerzPes "re-fa", um aber auf drei Töne zu kommen wird das "re" verdoppelt.\\ Dieser Befund bleibt durch alle Fälle erhalten. Ergänzend zur Schreibgewohnheit des Quilisma in Bv. Das Quilismazeichen steht für den ersten Ton des TerzPes, so in Bv19 [[ant:0231]], wobei hier nicht klar ist ob das Zeichen hier für "do" oder "re" steht. In Ka übernimm [[ant:1874]] a.m. diese Schreibgewohnheit der Beneventaner.\\ [[ant:0748]] "Nemini" Ka baut für die drei Silben eine eigene Konstruktion, Der Terzsprung "re-fa" bleibt erhalten, aber die 5 Töne berücksichtigen auch das Quilisma als Ton. In [[ant:0905]] schreibt Mc den Scandicus "re-mi-fa". {{:cento_an:2inc_rez_quilisma.png?500 |}} Dieser Befund hat nur eine mögliche Erklärung:\\ Im authentischen Choral ist das \\ **Quilisma kein Ton sondern ein Intervallhinweis** in einer noch linienlosen Schrift. Schon im 11. Jahrhundert wird es als Ton missverstanden, wenn auch gleichzeitig das Wissen um den Terzsprung nach oben noch vorhanden ist.